© Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein

23 042 in Kranichstein

Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte bei der Deutschen Bundesbahn ein empfindlicher Mangel an leistungsf√§higen Personenzuglokomotiven. Aus einem Programm neu entwickelter, sogenannter "Neubaulokomotiven" wurde daher zuerst die Personenzuglokomotive der Baureihe 23 verwirklicht. Sie wurden in v√∂llig geschwei√üter Ausf√ľhrung hergestellt, womit eine erhebliche Gewichtseinsparung durch Wegfall von Schrauben und Nieten erreicht wurde. Bereits 1950 wurden die ersten dieser Lokomotiven gebaut und bis 1959 dann insgesamt 105 Lokomotiven in Dienst gestellt. Die 23 105 war die letzte von der Deutschen Bundesbahn beschaffte Dampflokomotive.

Der Einsatzbereich der Baureihe 23 war breit gestreut, wozu auch ihre H√∂chstgeschwindigkeit von 110 km/h beigetragen hat, die sie lauftechnisch auch r√ľckw√§rts fahren kann. Mit R√ľcksicht auf die beengten Sichtverh√§ltnisse √ľber den Tender bei R√ľckw√§rtsfahrt wurde sie nur f√ľr 85 km/h r√ľckw√§rts zugelassen. Trotzdem reichte diese Geschwindigkeit aus, um die Lokomotive bereits im Wendezugdienst einzusetzen, wof√ľr mehrere Maschinen entsprechend ausger√ľstet wurden. Lokomotiven der Baureihe 23 waren h√§ufig im Eil- und Schnellzugdienst anzutreffen, was aufgrund ihrer gro√üen Kessel- und Maschinenleistung ohne weiteres m√∂glich war.

Im Betrieb befriedigten die Maschinen anfangs nicht immer, woran zum größten Teil die neu entwickelten Heißdampfregler schuld waren. Nach und nach konnten diese Schwierigkeiten behoben werden, so auch durch Einbau von bewährten Nassdampfreglern.

Die 23 042 wurde am 21.12.1954 beim Bw M√∂n¬≠chengladbach in Betrieb genommen und war dort im schweren Personen- und Eilzugdienst bis 1965 eingesetzt. W√§hrend einer Ausbesserung im AW Nied erhielt sie 1964 den Tender der 23 034. Von 1965 bis 1971 war die 23 042 im Bw Bestwig beheimatet. Im AW Trier wurde ihr der auf Nassdampfregler umgebaute Kessel der 23 043 eingebaut. In Crailsheim wurde sie danach noch bis 1975 im Personenzugdienst eingesetzt. Am 25.10.1975 wurde sie mit eigener Kraft nach Darmstadt-Kranichstein ins Museum √ľberf√ľhrt, nachdem sie bei der Deutschen Bundesbahn 1.580.000 km zur√ľckgelegt hatte. Nach l√§ngerer Standzeit wurde sie im Jahre 2005 mit finanzieller Unterst√ľtzung durch die "Eisenbahnstiftung Joachim Schmidt" wieder betriebsf√§hig hergerichtet.

Technische Daten

Bauart 1'C1' h2
H√∂chstgeschwindigkeit 110 km/h (r√ľckw√§rts 85 km/h)
Kuppelraddurchmesser 1750 mm
Dienstgewicht 131,8 t
L√§nge √ľber Puffer 21 325 mm
Leistung 1785 PS
Kohlenvorrat 8 t
Wasservorrat 31 m3
Dampfdruck 16 bar
Rostfläche 3,11 m2
Verdampfungsheizfläche 156,28 m2
Zylinderdurchmesser 550 mm
Steuerungsbauart Heusinger
Hersteller Henschel, Kassel
Baujahr 1954
Fabrik-Nr. 28542