„Wird 0815 genommen?“
Was wie ein archaisches Ritual klingt, ist tatsächlich nur einer der Bausteine, die es ermöglichen, Eisenbahnen sicher zu betreiben. Das Rad-Schiene-System erlaubt einen geringen Rollwiderstand, erfordert aber gleichzeitig sehr große Bremswege. Bei 160 km/h hält ein Zug erst nach 1000 Metern an – da ist ein Fahren auf Sicht nicht möglich. Bevor ein Zug losfährt, muss also schon sichergestellt sein, dass der richtige Fahrweg eingestellt ist, dass sich auf diesem Weg keine anderen Fahrzeuge befinden und dass auch keine anderen Fahrzeuge in den Fahrweg gelangen können.
Bereits ab 1858 musste man sich dabei nicht mehr alleine auf den Menschen verlassen, sondern man begann, immer weiter die Verantwortung für die Einhaltung dieser Voraussetzungen auf technische Systeme zu verlagern. Diese Entwicklung setzt sich bis heute fort, wobei die grundlegenden Wirkprinzipien unabhängig von der jeweiligen Technologie vom mechanischen Stellwerk bis zum elektronischen Stellwerk unverändert geblieben sind.
In unserem Museum werden diese betrieblichen und technischen Vorgänge anhand zweier mechanischer Stellwerksinnenanlagen demonstriert, deren Außenanlagen aus Platzgründen durch eine Modelleisenbahn vertreten werden. Hier können Sie beobachten oder selbst ausprobieren, was für eine Fahrt von Aschaffenburg-Nilkheim (Einheitsstellwerk von 1953) nach Neckarbischofsheim (Bruchsal „H“ Vierkurbelapparat von 1902) alles passieren muss, bis es heißt:
„Zugmeldung! Zug 0815 in Neckarbischofsheim.“
Zugänglichkeit der Ausstellung:
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